Ausgabe 01/2017 Download PDF

Automatisierung und Kundennutzen vereint – TANNER etabliert Open-Source-PIM-System und erstellt neuen Katalog für ASV Stübbe

Daten aus verschiedenen Quellen für die automatisierte Katalogproduktion zusammenzubringen ist eine komplexe Aufgabe. Das gilt insbesondere dann, wenn die Produkte variantenreich sind und der Bestellvorgang vielschichtig. Als Hersteller von Pumpen, Armaturen und Mess- und Regeltechnik liefert ASV Stübbe international Komplettlösungen für die Umwelt- und Oberflächentechnik, den chemischen Anlagenbau und die Metallurgie. Das Unternehmen mit Sitz in Vlotho wollte die fachgerechte Produktauswahl für seine Kunden vereinfachen, besonders bei der Bestellung von Produktkombinationen. Gleichzeitig sollten der manuelle Aufwand bei der Katalogerstellung gesenkt und die Katalogproduktion so weit wie möglich automatisiert werden. Bei der Bewältigung dieser Aufgabe setzte das Unternehmen auf die Katalog- und Softwareexperten der TANNER AG.

Daten von verschiedenen Systemen
Zur Pflege der Produktdaten für die rund 90.000 Produkte aus den Bereichen Armaturen sowie Mess- und Regeltechnik nutzten die Mitarbeiter bei ASV Stübbe ursprünglich zwei Systeme: Während Stammdaten und Preisinformationen im firmeninternen ERP-System hinterlegt waren, wurden zu­­sätzliche Produktinformationen wie Medien, Bilder und Grafiken im externen PIM-System Incony Anteros gepflegt. Der alte Katalog enthielt nicht zuletzt aufgrund der Datenmenge nur einen Auszug aus dem Sortiment. In der neuen Publikation sollte das Sortiment dagegen umfassend dargestellt werden.

Open-Source-System ermöglicht Erstellung des neuen Katalogs innerhalb eines halben Jahres
Als Grundlage für die spätere automatische Generierung des Katalogs mussten die Daten aus den verschiedenen Sys­temen zunächst strukturiert zentral in einem PIM-System ab­gelegt werden. Um die Kosten für das PIM-System gering zu halten, die Datenstruktur gezielt auf die Bedürfnisse des Kunden abstimmen zu können und den Prozess zu beschleunigen, entschied man sich bei der Wahl des Systems für die Open-Source-Lösung PIMCORE. "Durch die Open-Source-Lösung konnten wir das System direkt bei uns für den Kunden aufsetzen. Der Prozess lief dadurch sehr schnell. Vom Aufsetzen des Systems bis zur Generierung des Katalogs haben wir nur ein halbes Jahr benötigt. Das war möglich, da wir wirklich alles selber in der Hand hatten. Am Ende steht eine sehr pragmatische Lösung mit hoher Wirkung", erklärt Steffen Seibold, der das Projekt bei TANNER betreute.

Datenübernahme und Datenbereinigung in einem Zug
Ursprünglich sollten die Daten aus den verschiedenen Systemen komplett automatisiert übernommen werden. "Im Laufe des Projekts hat es sich jedoch angeboten, die Daten bei der Übernahme gleich zu bereinigen. Dafür waren teilweise manuelle Bearbeitungsschritte in enger Abstimmung mit ASV Stübbe notwendig. Dadurch wurde das System von Anfang an mit werthaltigen Daten und Informationen befüllt", so Seibold. Für die Bereinigung wurden dem Team bei TANNER die Daten in Excel-Tabellen zur Verfügung gestellt.

Modern, kundenfreundlich und automatisch generierbar: ein neues Konzept für den Katalog
Parallel zur Arbeit an den Daten wurde in Abstimmung mit ASV Stübbe ein neues Katalogkonzept erarbeitet. Dabei stand auch bei der Entwicklung des Layouts neben der höheren Nutzerfreundlichkeit von Anfang an die Generierbarkeit aus den hinterlegten Daten im Vordergrund. So wurden beispielsweise Seitenaufteilungen und Umbruchsregeln im Hinblick auf einen möglichst hohen Automatisierungsgrad optimiert. "Wir haben die Artikelstruktur neu aufgebaut, Sortierungen in Tabellen übersichtlicher gestaltet und zusätzlich über grafische Elemente die Navigation für den Kunden vereinfacht", führt Gisela Hack aus, die bei TANNER für die Konzeption verantwortlich war.

"Das Kapitel 'Mess- und Regeltechnik' wurde in die Bereiche 'Regeltechnik', 'Messtechnik' und 'Elektronische Messtechnik' unterteilt. Wir haben die Inhaltsverzeichnisse der einzelnen Kapitel vereinfacht und überflüssige Angaben entfernt. Da die Kunden von ASV Stübbe häufig Produktkombinationen bestellen, haben wir besonderen Wert darauf gelegt, dass diese im neuen Layout unkompliziert auffindbar sind", erläutert Hack. Unter anderem wurden informative Übersichtsseiten für die verschiedenen Produktgruppen er­­arbeitet. Diese enthalten zum einen Merkmalstabellen, durch die sich einzelne Produkte direkt vergleichen lassen, zum anderen finden sich dort Seitenverweise auf alle Produktkombinationen.

Bessere Navigation und vereinfachter Bestellvorgang durch farbige Gestaltung
Durch Farbdruck und hochwertige Produktfotos wurde der Katalog insgesamt ansprechender gestaltet. Ein einheitliches Farbkonzept dient der Orientierung. Beispielsweise sind auf den Übersichtsseiten ebenso wie auf den Produktseiten Grundarmaturen durch einen dunkelgrauen Balken gekennzeichnet und Zusatzoptionen hellgrau hinterlegt. Zusätzlich wurde darauf geachtet, dass die Seiten, auf denen innerhalb des Sortiments neue Produkte beginnen, schon beim Durchblättern sofort auffindbar sind. "Dazu haben wir den Produktstart insgesamt aufgewertet", so Hack weiter. "Die entsprechenden Seiten sind durch einen orangefarbenen Balken und große Produktfotos auf einen Blick erkennbar. Ergänzende Informationen wie Produktvorteile oder Links zu den online abgelegten Datenblättern sind jetzt leichter zu finden."

Auch um die Bestellung zu vereinfachen, hat das Team gezielt farbige Elemente eingesetzt. "Wir haben die Bestellnummern in Tabellen orange hervorgehoben. So wird dem Kunden das Auffinden und Zusammenstellen der jeweiligen Ident-Nummern erleichtert." Zusätzlich sind im neuen Katalog Bestellbeispiele zu finden, die die Konfiguration der Bestellnummern bei einzelnen Produktgruppen veranschaulichen.

Anpassung des Datenmodells und Aufbau einer automatischen Publikationsstrecke
Im Anschluss an die Konzeptionsphase wurde die Datenstruktur in PIMCORE angepasst und eine automatisierte Publikationsstrecke für die Generierung des Katalogs auf Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch und Russisch aufgebaut. Das TANNER-Team hat dazu in InBetween Templates für die einzelnen Seitentypen angelegt, die die Platzierung und For­matierung der aus dem PIM-System übernommenen Produktattribute festlegen. Aus dem PIMCORE-System werden XML-Dateien ausgespielt, in InBetween geladen und über die Templates nach InDesign übertragen.

Pilotprojekt bietet Möglichkeit zur Querverwertung der Daten
"Das PIMCORE-System für den Kunden bei uns aufzusetzen war ein erfolgreiches Pilotprojekt", freut sich Steffen Seibold. "Darauf kann man aufbauen und das System weiter mit Daten füttern." "Wir sind sehr zufrieden mit dem neuen Katalog", berichtet auch Tim Lohmeier, Produktmanager bei ASV Stübbe. "Als nächstes möchten wir auf der neuen Datenbasis Produkt-Datenblätter automatisiert generieren. Und auch die Übernahme von Inhalten für den Online-Bereich ist angedacht."

As-built-Dokumentation im Schnellverfahren: TANNER überarbeitet Unterlagen für KSB

Der Bau des Kohlekraftwerks Maasvlakte Power Plant 3 (MPP3) in der Nähe von Rotterdam war ein echtes Mega-Projekt. Die Anlage deckt seit ihrer Inbetriebnahme 2015 mit einer Bruttokapazität von 1.100 MW rund sieben Prozent des Strombedarfs der Niederlande. Dafür braucht es leistungs­fähige Komponenten wie die der KSB Aktiengesellschaft, Frankenthal. Pumpen und Armaturen dieses Herstellers sind weltweit in mehr als 1000 Kraftwerken im Einsatz. Im Inneren des Kraftwerks MPP3 sorgen zwei Kesselspeisepumpen-Aggregate des Unternehmens dafür, dass kondensiertes Speisewasser zurück in den Kessel gelangt. Im Anschluss an die Lieferung der Aggregate ging es darum, kurzfristig die Dokumentation für den Bauherrn an den As-built-Stand anzupassen. "Wie im Anlagenbau üblich, gab es während des Projekts verschiedene Änderungen und Ergänzungen an den Pumpen", erklärt Holger Ratz, verantwortlicher Leiter für die Erstellung von auftragsbezogener Dokumentation bei KSB. "Vor allem für unsere Zulieferer war die Erstellung dieser Dokumente in der kurzen Zeit eine große Herausforderung."

400 Dokumente in zwei Monaten
Die über 400 Einzeldokumente, aus denen die an den Bauherrn gelieferte Dokumentation bestand, mussten innerhalb von zwei Monaten auf den aktuellen Stand gebracht und neu strukturiert werden.

Am Ende sollten alle Unterlagen auf Deutsch und Niederländisch sowie Englisch vorliegen. Aufgrund der guten Erfahrungen aus vorherigen Aufträgen wandte sich der Pumpenhersteller mit dem Projekt an die TANNER AG. Dabei war auch die räumliche Nähe von Be­­deutung. Die TANNER-Niederlassung in Graben-Neudorf liegt nur rund 55 Kilometer von Frankenthal entfernt, sodass bei Bedarf je­­derzeit ein Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung stand.

Herausforderung Lieferantendokumentation – gemeinsam gemeistert
Die Abschätzung des Aufwands, um die Dokumentation zu erstellen, erwies sich zum Projektstart wegen der Zusammenarbeit mit externen Zulieferern als anspruchsvolles Vorhaben. "Der Umfang der Zulieferdokumentation war zu Be­ginn gar nicht genau definiert", erklärt Karsten Piwodda von TANNER, der für die Überarbeitung in Graben-Neudorf ver­­­­­antwortlich war. Um die Herausforderung zu meistern, war eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten unerlässlich.

"Wir haben die Unterlagen auf Vollständigkeit geprüft und diese gemeinsam mit KSB vervollständigt", so Piwodda. "KSB hat alle Dokumente, wie Konformitätserklärungen und Prüfzeugnisse, bei den Zulieferern angefragt und für uns in Blöcken bereitgestellt."

Aufteilen, nummerieren, vervollständigen – der Weg zur anforderungsgerechten Übergabedokumentation
Die elektronische Dokumentation wurde nach Vorgaben des Kraftwerkbetreibers und des VGB PowerTech e.V. in Qualitätsnach­weis­dokumentation, Ausführungsdokumentation und Benutzeranleitungen aufgeteilt. Jeder verbauten Komponente ordne­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­te man eine eindeutige Nummer nach dem Kraftwerk-Kennzeichnungssystem zu. "Darüber hinaus haben wir ge­­prüft, ob technische Zeichnungen aktuell und vollständig sind sowie dem As-built-Stand entsprachen", erläutert Piwodda. In sehr kurzer Zeit entstand eine anforderungsgerechte Dokumentation, die am Ende 800 Einzeldokumente umfasste. "Durch die schnelle und reibungslose Zusammenarbeit konnten wir den engen Zeitplan gut einhalten. Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden und arbeiten derzeit bereits bei drei weiteren Dokumentationsprojekten mit TANNER zu­­sammen", berichtet Ratz.

As-built-Dokumentation im Schnellverfahren
Struktur und Inhalt der Übergabedokumentation: TANNER hat in den Büchern 4, 5 & 6 Anpassungen vorgenommen.

Online-Themenspecial: Produktdaten

Unternehmen stehen vor der Herausforderung, verschiedene Systeme mit aktuellen und standardisierten Produktdaten zu versorgen. Ein Online-Special mit Themenseite und ergänzenden Blogbeiträgen gibt Orientierung, welche Ziele etabiliert werden sollten, wie eine Strategie aussehen kann und wie am besten vorgegangen wird. Und das Special beschreibt, welche Tools und Methoden dabei benötigt werden.

Auf der Themenseite "So machen Sie Ihre Produktdaten fit für die Zukunft" finden sich Informationen rund um das Thema Klassifizierung und Management von Produktdaten sowie eine Beschreibung der TANNER-Leistungen auf diesem Gebiet.
In drei Schritten zeigt die Seite, wie Produktdaten für aktuelle und zukünftige Anforderungen aufbereitet werden: Von der Festlegung einer Strategie über die Entwicklung und Visualisierung eines Konzepts bis hin zur Umsetzung. Die nötigen Informationen, um Produktdaten zu digitalisieren, zu klassifizieren und den Zielgruppen zugänglich zu machen, sind im Unternehmen oftmals schon vorhanden. Denn IT-Systeme, Kataloge, Produktdatenblätter, Broschüren etc. tragen bereits relevante Informationen und Beziehungswissen in sich.

Die Themenseite erklärt anschaulich, wie diese Informationen adressiert und durchgängig genutzt werden – un­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­ab­hängig davon, in welcher Phase sich ein Datenprojekt gerade befindet.

Gebloggt: Klassifizierung und Datenmodellstandards
Im TANNER-Blog setzt sich Alexander Witzigmann, Chief Technology Officer bei TANNER, mit dem Thema Produktdaten auseinander. Sein Blogartikel "Was Sie über Klas­­­­­­­­­­­­­­­­si­­­­­­­­­­­­­­­­­­­fikationsstandards für Produktdaten im eBusiness wis­­sen sollten" erläutert, wobei Klassifikation unterstützt und gibt einen Überblick über die wichtigsten Klassifikations­standards für Produktdaten.

Hrusto Biserovic führt die Blogserie zu Produktdaten weiter und beschäftigt sich mit verschiedenen Datenmodell-Standards. Diese werden genutzt, um Wissen über Produkte zu digitalisieren. Er verrät in seinem Blogbeitrag auch, inwiefern Datenmodellstandards digitale Zwillinge darstellen und vergleicht verschiedene Standards.

Fragen und weitere Informationen
Sprechen Sie uns bei Fragen rund um die Klassifizierung und das Management von Produktdaten einfach an:
Telefon: +49 8382 272-111
E-Mail: tanner.de:::produktdaten

Online-Themenseite: www.tanner.de/produktdaten
TANNER-Blog: www.tanner.de/blog

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