Was Sie über Klassifikationsstandards für Produktdaten im eBusiness wissen sollten

Betrachten unterschiedliche Nutzer ein eigentlich so einfaches Produkt wie eine Taschenlampe, kann sich selbst dafür das Verständnis unterscheiden. Ein Marketing-Dienstleister versteht unter einer Taschenlampe einen Werbeartikel. Ein Handwerker hingegen sieht in einer Taschenlampe in erster Linie ein Werkzeug. Beide wollen jeweils schnell und einfach die für sie relevante Taschenlampe finden und die in ihrem Einsatzbereich relevanten differenzierenden Merkmale in ihre Entscheidung für ein konkretes Produkt einbeziehen.

Möchte ein Hersteller nun Taschenlampen auf den Markt bringen und seiner Zielgruppe zuführen, ist es ihm unter anderem wichtig, dass Nutzer ein Produkt eindeutig einordnen können. Dazu muss er den Verwendungszweck charakterisieren und den jeweiligen Produktmehrwert für alle verständlich kommunizieren. Dabei leisten Klassifikationsstandards einen wesentlichen Beitrag.

Was Klassifikationsstandards sind, welche es gibt und was diese unterscheidet, erläutert dieser Blogartikel.

Wobei unterstützen Klassifikationen und Klassifikationsstandards?

Mit Hilfe von Klassifikationen wird Wissen über Produktdaten in einer übergreifenden und eindeutigen Art und Weise festgehalten. Produkte sind somit eindeutig identifizierbar und auch für andere Unternehmen (oder Kunden und andere Abteilungen etc.) eindeutig auffindbar in einer Suche. Die Bedeutung eines Produkts wird durch Klassifizierung widerspruchsfrei.

Im Bereich eBusiness geht es um die abteilungs- und unternehmensübergreifende Benennung und Einordnung von Produkten, das heißt, die Produkte werden über eine Struktur in ihren Zusammenhang eingeordnet. Damit können ähnliche und differenzierende Produkte einfach und eindeutig erkannt und genutzt werden. Um beispielsweise eine Suche über Produktmerkmale zu ermöglichen, werden mittels Klassifikation Eigenschaften eindeutig durch Merkmale beschrieben.
Klassifikationsstandards bieten zur Zuordnung in Klassifikationen von Produkten Waren- und Untergruppen an. Diesen Klassifikationen können Produkte zugeordnet werden. Oft gibt der Standard für die Beschreibung von Produkteigenschaften bereits eine Liste mit relevanten Merkmalen vor.

Die Organisation, Klassifikation und Beschreibung der eigenen Produktdaten ist eine wesentliche Voraussetzung für die problemlose elektronische Kommunikation mit Geschäftspartnern. Eine unternehmensweite Klassifikation verbindet verschiedene Bereiche und Funktionen im Unternehmen, bietet eine Basis für die interne Verständigung und unterstützt Funktionen wie Ausgabenanalyse, Ersatzteilmanagement etc. Zum Austausch von Produktdaten mit Kunden, Lieferanten oder Partnern ist eine Klassifikation über am Markt gängige Standards notwendig.

Klassifikationen sind darüber hinaus die Basis für eine Optimierung in den Bereichen Stammdatenmanagement, PIM-Systeme, elektronische Kataloge, elektronische Marktplätze, Online-Shops, elektronische Beschaffung und auch ERP-Systeme.

Übersicht: Klassifikationsstandards für Produktdaten

Für die Klassifikation von Produkten gibt es verschiedene Klassifikationsstandards. Diese Tabelle ordnet Standards ein und zeigt eine Gegenüberstellung der wesentlichen Standards (eCl@ss Basic, eCl@ss Advanced, ETIM und proficl@ss) auf dem deutschsprachigen Markt:

Klassifikationsstandards für Produktdaten und deren Verwendung
Übersicht Klassifikationsstandards

Weitere Klassifikationsstandards

UNSPSC – United Nations Standard Products and Services Code
Klassifikationsstandard mit Ursprung im Bereich "Warenwirtschaft", der auf dem US-amerikanischen Markt sehr verbreitet ist. Der Standard bietet die Möglichkeit, alle Produkte und Dienstleistungen eindeutig zuzuordnen. Über das "IDEA Electrical Attribute Schema" lassen sich in diesem Rahmen auch Merkmale in eingeschränktem Umfang standardisieren.

GPC – Global Product Classification
Veröffentlicht wird GPC von GS1 – Global Standard 1 (vergibt die GTIN¹ – ehemals EAN² – sowie weitere eindeutige Idente zur Kennzeichnung von Geschäftsobjekten). Der Standard wurde erstmals 2003 veröffentlicht. Industrie und Handelsunternehmen treiben die Weiterentwicklung der GPC voran, die Teil des Global Data Synchronisation Network (GDSN) ist. Deshalb finden die Zertifizierungsmethoden des GDSN auch hier Anwendung. Durch die Entwicklung im Umfeld der Vereinten Nationen ist der Standard vor allem im englischsprachigen Raum verbreitet. Neben der Klassifikationsebene verfügt GPC auch über Merkmallisten sowie Werte und kann dadurch für die Beschreibung von Produkten verwendet werden. GPC wird sowohl unternehmens- als auch branchenübergreifend eingesetzt.

Weiterführende Informationen

Falls Sie sich ausführlicher zum Thema Produktdaten informieren möchten, empfehle ich Ihnen unsere weiterführende Landingpage "So machen Sie Ihre Produktdaten fit für die Zukunft". Im nächsten Blogartikel unserer Serie zu Produktdaten erklärt mein Kollege Hrusto Biserovic, was Datenmodellstandards sind und wie ein Datenmodell für den digitalen Zwilling eines Produkts aussehen kann.

eClass – www.eclass.eu
ETIM – www.etim.de
proficl@ss – www.proficlass.de
UNSPC – www.unspsc.org
GPC – www.gs1-germany.de/gs1-standards/klassifikation/produktklassifikation-gpc

Bei Fragen zu Klassifikationsstandards stehe ich Ihnen gern per E-Mail oder telefonisch zur Verfügung: 08382/272-142.

Dieser Blogartikel ist Teil unserer Serie zu Produktdaten. Zur Serie gehören:

Katalogaustauschformate: Produktdaten über Unternehmensgrenzen hinweg austauschen

Datenmodellstandards für digitale Produkt-Zwillinge

¹Global Trade Item Number
²European Article Number

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