25.08.2006
Quellenangabe: ABZ 04/2006
Betriebsleitebene für die Gotthard-Trasse
50.000 Seiten Dokumentation in drei Monaten
Vier Jahre lang hat das Bieterkonsortium von Ascom (Schweiz) AG und RWE Solutions Austria an einem der größten Schweizer Straßenverkehrsprojekte gearbeitet – der Umsetzung einer neuen Betriebsleitebene (BLE) für die Nationalstraßen A2 und A4. Etwa 70 Autobahnkilometer umfasst die überwachte Alpentrasse und führt durch die zwei längsten Tunnel der Schweiz, den Gotthard- und den Seelisbergtunnel. Ein solcher Projektumfang ist nicht zuletzt auch für die Technische Dokumentation des umfassenden Leitsystems eine immense Herausforderung.
Das neue Leitsystem dient als Führungs- und Informationsinstrument für sämtliche elektromagnetische Anlagen entlang der gesamten Verkehrsstrecke. Dazu gehören derzeit insgesamt circa 60 Beleuchtungs- und Belüftungssteuerungen, Verkehrsleit- sowie Videosysteme. Ziel ist es, der Stauproblematik und zunehmenden Verkehrsüberlastung in den Kantonen Tessin, Nidwalden und Uri zu begegnen. Die Regierungsbehörden dieser drei Kantone – kurz TINWUR – sind es auch, die gemeinsam die Gesamtdokumentation der Betriebsleitebene abzunehmen hatten.
Gesucht: Dienstleister mit Erfahrung in Groß-Projekten
Ende 2005 war den Verantwortlichen klar: Um bis zum Abschlusstermin im März 2006 aus den 50.000 Seiten umfassenden Vorarbeiten eine abnahmefähige Gesamt-Dokumentation zu erstellen, ist die Unterstützung eines spezialisierten Partners notwendig. Mit dieser Anforderung ist Ascomals Generalunternehmer des Konsortiums an TANNER herangetreten.
"Unsere Hauptaufgabe war es in dieser Situation, einen Dienstleister zu finden, der ein solches Dokumentationsvolumen in der Kürze der Zeit zuverlässig bewältigen kann“, erklärt Roman Hellbach, Head of Customer Support bei Ascom. "Aus früherer Zusammenarbeit in anderen Bereichen wussten wir jedoch, dass TANNER über ausreichende Erfahrungen und die notwendigen Ressourcen verfügt, um Projekte dieser Größenordnung routiniert steuern und termingerecht umsetzen zu können.“
Komplexes Anforderungsprofil: von der Strukturierung bis zur Neu-Erstellung
Im Einzelnen bestanden die Anforderungen der Abnahmebehörden darin, die vorhandenen Unterlagen inklusive Zuliefer-Dokumentationen sinnvoll zu strukturieren, bedienerfreundlich zu überarbeiten und das Layout, insbesondere der Schulungsunterlagen, zu vereinheitlichen. Eine zentrale Aufgabe war die redaktionelle Erstellung von rollenspezifischen Bedienungsanleitungen für Systembetreuer, Betriebs- und Verkehrsmanager in den vier zentralen Leitwarten.
Beate Hofmann, Projektmanagerin auf TANNER-Seite, hat die Prioritäten von Anfang an auf konsequentes Projektmanagement gesetzt: "Nach einer ersten Aufwands-Abschätzung konnten wir davon ausgehen, dass wir ein 10-köpfiges Team von Technischen Redakteuren und Assistenten mit spezifischen Kenntnissen bereitzustellen hatten. Um diese Ressourcen zu schaffen, waren einige kurzfristige interne Reorganisationen von Aufgaben und Kunden-Teams nötig.“
Anschließend hat TANNER das Gesamtprojekt in drei Hauptbereiche mit insgesamt 14 Modulen unterteilt. Jedem Modul wurde ein eigenes Team zugeordnet und jeweils mit einem Vertreter des Konsortiums, von TINWUR und TANNER besetzt. "Für jedes Modul-Team haben wir ausführliche Joblisten erstellt, die exakt beschreiben, welche Punkte in dem betreffenden Teil der Dokumentation zu überarbeiten sind“, erklärt Beate Hofmann. Diese Joblisten mussten die TINWUR-Vertreter vorab freigeben.
Roman Hellbach fügt hinzu: "Damit konnte TANNER die Anforderungen der Schweizer Abnahmebehörden mit unserem Konsortium sehr effizient aufeinander abstimmen und falschen Erwartungen sowie Missverständnissen vorbeugen.“ Auf dieser Basis war es dem Redaktionsteam von TANNER dann möglich, die inhaltlichen und strukturellen Modifikationen konsistent umzusetzen. Dies war die Voraussetzung dafür, die erforderlichen 800 Seiten pro Arbeitstag abnahmefähig zu überarbeiten.
3.000 Quadratmeter Papier übergeben
Bei der Übergabe der 64 Ordner umfassenden Gesamt-Dokumentation in Flüelen am Vierwaldstättersee zeigte sich TINWUR-Vertreter Markus Schuler beeindruckt: "Wenn man die 64 Ordner vor sich sieht, wird einem erst wirklich bewusst, welchen Kraftakt das gesamte Team in drei Monaten geleistet hat.“ Und der Systemchef des Tiefbauamtes im Kanton Uri fährt fort: "Ich habe mir sagen lassen, dass die 50.000 Seiten eine Fläche von mehr als 3.000 Quadratmetern bedecken würden. Man muss sich nur vorstellen, dass sich damit leicht die Glaskuppel des Berliner Reichstags verpacken ließe.“
Der Auftraggeber
Ascomist ein internationaler Lösungsanbieter mit umfassendem Technologie-Know-How. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Kernbereiche Wireless Solutions (hochstehende kundenspezifische Onsite-Kommunikationslösungen) und Security Solutions (Anwendungen für Sicherheit, Kommunikation, Automation und Leitsysteme für Infrastrukturbetreiber, öffentliche Sicherheitsinstitutionen und die Armee). Mit langjähriger Erfahrung in der Abwicklung komplexer Projekte für anspruchsvolle Kunden hat sich Ascom in wichtigen Schlüsselmärkten etabliert. Das Unternehmen unterhält Niederlassungen in 18 Ländern und beschäftigt weltweit rund 2.600 Mitarbeiter. Im Jahr 2005 erzielte Ascom einen Umsatz von über 700 Millionen Schweizer Franken.
Quellenangabe: ABZ 04/2006
Betriebsleitebene für die Gotthard-Trasse
50.000 Seiten Dokumentation in drei Monaten
Vier Jahre lang hat das Bieterkonsortium von Ascom (Schweiz) AG und RWE Solutions Austria an einem der größten Schweizer Straßenverkehrsprojekte gearbeitet – der Umsetzung einer neuen Betriebsleitebene (BLE) für die Nationalstraßen A2 und A4. Etwa 70 Autobahnkilometer umfasst die überwachte Alpentrasse und führt durch die zwei längsten Tunnel der Schweiz, den Gotthard- und den Seelisbergtunnel. Ein solcher Projektumfang ist nicht zuletzt auch für die Technische Dokumentation des umfassenden Leitsystems eine immense Herausforderung.
Das neue Leitsystem dient als Führungs- und Informationsinstrument für sämtliche elektromagnetische Anlagen entlang der gesamten Verkehrsstrecke. Dazu gehören derzeit insgesamt circa 60 Beleuchtungs- und Belüftungssteuerungen, Verkehrsleit- sowie Videosysteme. Ziel ist es, der Stauproblematik und zunehmenden Verkehrsüberlastung in den Kantonen Tessin, Nidwalden und Uri zu begegnen. Die Regierungsbehörden dieser drei Kantone – kurz TINWUR – sind es auch, die gemeinsam die Gesamtdokumentation der Betriebsleitebene abzunehmen hatten.
Gesucht: Dienstleister mit Erfahrung in Groß-Projekten
Ende 2005 war den Verantwortlichen klar: Um bis zum Abschlusstermin im März 2006 aus den 50.000 Seiten umfassenden Vorarbeiten eine abnahmefähige Gesamt-Dokumentation zu erstellen, ist die Unterstützung eines spezialisierten Partners notwendig. Mit dieser Anforderung ist Ascomals Generalunternehmer des Konsortiums an TANNER herangetreten.
"Unsere Hauptaufgabe war es in dieser Situation, einen Dienstleister zu finden, der ein solches Dokumentationsvolumen in der Kürze der Zeit zuverlässig bewältigen kann“, erklärt Roman Hellbach, Head of Customer Support bei Ascom. "Aus früherer Zusammenarbeit in anderen Bereichen wussten wir jedoch, dass TANNER über ausreichende Erfahrungen und die notwendigen Ressourcen verfügt, um Projekte dieser Größenordnung routiniert steuern und termingerecht umsetzen zu können.“
Komplexes Anforderungsprofil: von der Strukturierung bis zur Neu-Erstellung
Im Einzelnen bestanden die Anforderungen der Abnahmebehörden darin, die vorhandenen Unterlagen inklusive Zuliefer-Dokumentationen sinnvoll zu strukturieren, bedienerfreundlich zu überarbeiten und das Layout, insbesondere der Schulungsunterlagen, zu vereinheitlichen. Eine zentrale Aufgabe war die redaktionelle Erstellung von rollenspezifischen Bedienungsanleitungen für Systembetreuer, Betriebs- und Verkehrsmanager in den vier zentralen Leitwarten.
Beate Hofmann, Projektmanagerin auf TANNER-Seite, hat die Prioritäten von Anfang an auf konsequentes Projektmanagement gesetzt: "Nach einer ersten Aufwands-Abschätzung konnten wir davon ausgehen, dass wir ein 10-köpfiges Team von Technischen Redakteuren und Assistenten mit spezifischen Kenntnissen bereitzustellen hatten. Um diese Ressourcen zu schaffen, waren einige kurzfristige interne Reorganisationen von Aufgaben und Kunden-Teams nötig.“
Anschließend hat TANNER das Gesamtprojekt in drei Hauptbereiche mit insgesamt 14 Modulen unterteilt. Jedem Modul wurde ein eigenes Team zugeordnet und jeweils mit einem Vertreter des Konsortiums, von TINWUR und TANNER besetzt. "Für jedes Modul-Team haben wir ausführliche Joblisten erstellt, die exakt beschreiben, welche Punkte in dem betreffenden Teil der Dokumentation zu überarbeiten sind“, erklärt Beate Hofmann. Diese Joblisten mussten die TINWUR-Vertreter vorab freigeben.
Roman Hellbach fügt hinzu: "Damit konnte TANNER die Anforderungen der Schweizer Abnahmebehörden mit unserem Konsortium sehr effizient aufeinander abstimmen und falschen Erwartungen sowie Missverständnissen vorbeugen.“ Auf dieser Basis war es dem Redaktionsteam von TANNER dann möglich, die inhaltlichen und strukturellen Modifikationen konsistent umzusetzen. Dies war die Voraussetzung dafür, die erforderlichen 800 Seiten pro Arbeitstag abnahmefähig zu überarbeiten.
3.000 Quadratmeter Papier übergeben
Bei der Übergabe der 64 Ordner umfassenden Gesamt-Dokumentation in Flüelen am Vierwaldstättersee zeigte sich TINWUR-Vertreter Markus Schuler beeindruckt: "Wenn man die 64 Ordner vor sich sieht, wird einem erst wirklich bewusst, welchen Kraftakt das gesamte Team in drei Monaten geleistet hat.“ Und der Systemchef des Tiefbauamtes im Kanton Uri fährt fort: "Ich habe mir sagen lassen, dass die 50.000 Seiten eine Fläche von mehr als 3.000 Quadratmetern bedecken würden. Man muss sich nur vorstellen, dass sich damit leicht die Glaskuppel des Berliner Reichstags verpacken ließe.“
Der Auftraggeber
Ascomist ein internationaler Lösungsanbieter mit umfassendem Technologie-Know-How. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Kernbereiche Wireless Solutions (hochstehende kundenspezifische Onsite-Kommunikationslösungen) und Security Solutions (Anwendungen für Sicherheit, Kommunikation, Automation und Leitsysteme für Infrastrukturbetreiber, öffentliche Sicherheitsinstitutionen und die Armee). Mit langjähriger Erfahrung in der Abwicklung komplexer Projekte für anspruchsvolle Kunden hat sich Ascom in wichtigen Schlüsselmärkten etabliert. Das Unternehmen unterhält Niederlassungen in 18 Ländern und beschäftigt weltweit rund 2.600 Mitarbeiter. Im Jahr 2005 erzielte Ascom einen Umsatz von über 700 Millionen Schweizer Franken.

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