Forum 2001
Zukunftsfähige Lösungen für Informationssysteme vorgestellt
LINDAU, 13. November 2001 – Redaktions- und Informationssysteme standen im Mittelpunkt des „Forum <maschinenbau>2001" am 8. November in Lindau. Maschinen- und Anlagenbauer präsentierten, wie sie ihre individuellen Anforderungen an die Dokumentation erfolgreich und zukunftssicher gestalten. Rund 100 Teilnehmer kamen zu dem Forum, das die Lindauer TANNER AG, Marktführer für technische Dokumentation und Informationsmanagement, veranstaltete.
Die Dokumentation „just in time" bereitzustellen, stellt viele Betriebe, insbesondere im Sondermaschinenbau, vor große Herausforderungen. Denn für jede Maschine soll termingerecht eine Dokumentation geliefert werden: vollständig, übersichtlich, verständlich. Vielfalt und eine hohe Zahl von Varianten lassen einerseits die konventionelle Herstellung von Dokumentationen an die Grenzen stoßen, andererseits eröffnen sich damit aber Chancen für innovative Systeme. Namhafte Unternehmen zeigten beispielhaft, wie sie an diese Aufgabe herangegangen sind und welche zukunftsfähigen Lösungen sie zusammen mit TANNER realisiert haben: Moderne Methoden des Wissensmanagements und IT-Systeme generieren kundenspezifische Dokumentationen heute hochgradig automatisiert. Langfristige Prozesse – mehrfach war die Rede von mindestens einem Jahr – sind dabei zu bewältigen. Umsonst sind gute Ergebnis nicht zu haben. „Aber die Investition rentiert sich", war das übereinstimmende Fazit.
Integrierte Redaktionsprozesse
Gerade implementiert hat der Maschinenbauer INDEX ein neues Redaktionssystem, das Geschäftsführer Dr. Bernd Walker vorstellte. „Integrierte Informationserfassung" ist der zentrale Punkt, an dem die Lösung ansetzt. Die Information wird dort erfasst, wo sie entsteht: in der Produktentwicklung. Strukturiert, standardisiert und in funktionale Einheiten zerlegt liegen die Informationen in einer Datenbank und können mit den Stücklisten verknüpft werden. Parallel zur Maschinenkonfiguration sammelt das Redaktionssystem die einzelnen Informationsmodule ein und führt sie über einen Generator mit der Struktur der Dokumentation zusammen. Je nach Zielmedium sorgt eine Formatanweisung dafür, dass das automatisch generierte Dokument im passenden Layout publiziert wird. Die Wiederverwendung der einzelnen Informationsmodule ist so gewährleistet – und dank ihres Aufbaus sind sie einfach und meist automatisiert zu übersetzen. Rund 60 Mitarbeiter sind bei INDEX am Dokumentationsprozess beteiligt. Dass die Verantwortung für das neue System direkt bei der Geschäftsleitung angesiedelt ist, bringe viele Vorteile, so Walker.
Unterlieferantenstandard etabliert
„Online ist zukunftsfähig", fasste Jochen Löhnitz, Leiter der Zentralen Dokumentation bei Coperion Werner & Pfleiderer (CWP) zusammen. Ein Unterlieferantenstandard auf XML-Basis für das problemlose Einbinden von Ersatzteilinformationen in auftragsspezifische Kataloge war die Aufgabe des Anlagenbauers in der Kunststoffindustrie. Dem Aufwand beim Lieferanten stehen Vorteile unter anderem in der Aktualität seiner Daten, der Verwendung seiner originären Teilenummern sowie der Unterstützung bei dessen Dokumentation und dessen eigenem Teilekatalog gegenüber. „Die Anforderungen dürfen daher nicht nur für unser Unternehmen spezifisch sein", betonte Löhnitz. Der bei CWP entwickelte Unterlieferantenstandard ging übrigens direkt in die neue VDI-Richtlinie 4500/3 ein.
„Entscheidung für SGML/XML war richtig"
Schon vier Jahre Erfahrung hat Liebherr mit seinem Redaktionssystem. Erheblicher Aufwand war nötig, das SGML-System organisatorisch, konzeptionell und technisch aufzubauen und zu implementieren. Eine „Zentrale Dokumentation" wurde eingerichtet, die „Dokumentenjäger" wandelten sich zu „Informationssammlern". „Die Motivation ist gewaltig, wenn sie eigene Gestaltungsmöglichkeiten haben", berichtete Dr. Wolfgang Ziegler über die Mitwirkung der Redakteure. „Die Entscheidung für SGML/XML war damals mutig, aber richtig", sagte Ziegler. Trotz hoher Kosten für das neue System sei es eine echte Zukunftsinvestition mit wachsendem Nutzungsgrad. Die Ausweitung des bestehenden Systems auf weitere Werke sei vorgesehen.
Studie: Einfluss des Wissensmanagements steigt
Die Trends im Maschinenbau bis zum Jahre 2020 prognostizierte eine Studie, die das Beratungsunternehmen Arthur D. Little (ADL) im Auftrag des VDMA erstellt hatte. „Unternehmensnahe Dienstleistungen werden von hoher Hebelkraft für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau sein", so Elmar Boeke, Senior Manager Maschinen- und Anlagenbau bei ADL. Auch für die Maschinenbauer werde das Wissensmanagement einen direkten Einfluss auf das Geschäftsergebnis haben. Unter anderem könne es zu mehr Effizienz und somit Kostenreduzierung beitragen.
Forschungsprojekt mumasy
Das Engagement des VDMA in Sachen technischer Dokumentation im Maschinenbau stellte Meinolf Gröpper vor. Der Verband koordiniert beispielsweise das Forschungsprojekt „Multimediales Maschineninformationssystem" (mumasy), das ein Branchen übergreifendes Modell entwickelt, um Informationen zwischen Zulieferern, Herstellern und Kunden auszutauschen. Die Abbildung von eigenen Informationen auf dem mumasy-Schema demonstrierte Dr. Rainer Lutz von Schuler Pressen. Das Funktionsmuster zeige, wie leistungsfähig der neue Ansatz sei, aber auch, dass ein hoher Anspruch dahinter stehe.
50 Prozent mehr Inhalt bei 50 Prozent weniger Seiten
Einen umfassenden Dokumentationsstandard aus der Luftfahrt (AECMA) hat MTU Friedrichshafen für die Dokumentation ihrer Schiffsmotoren modifiziert und mit dem TANNER-Funktionsdesign verbunden. Motoren sicher bedienen, warten nach Plan, Fehler diagnostizieren, Komponenten abbauen, ersetzen, zerlegen, reparieren und anbauen – die technische Dokumentation der MTU-Motorenserie 8000 (rund 11.000 PS aus 20 Zylindern, im Einsatz beispielsweise in schnellen Fähren) umfasst den kompletten Lebenszyklus des Motors. „50 Prozent mehr Inhalt bei 50 Prozent weniger Seiten", ist das Ziel von Dr. Jutta Nübel, Leiterin der Dokumentation. „Interaktive elektronische technische Dokumentation wird die Regel", ist sie überzeugt. „Wir haben ein Spitzenprodukt und wollen dazu auch Spitzenservice liefern", so Nübel.
Multimedia – so macht technische Doku Spaß
Dass technische Dokumentation nicht nur Pflicht ist, sondern auch Spaß machen kann, zeigte Wolfgang Schuwerk, Geschäftsführer bei Voith Paper, mit seinem Vortrag über das multimediale Informationssystem (MI) für Papiermaschinen-Komponenten. „Multimedial abgebildet bis ins Detail" informiert eine Anleitung über Funktion und Bedienung, computerbasiertes Training bereitet die Wartungsmannschaft vor und der Lernfortschritt wird mit Tests geprüft. Filme vermitteln realitätsnah, wie die Arbeiten ausgeführt werden. Animationen erlauben einen Blick ins Innere der Komponenten. „So macht Dokumentation Spaß!", freute sich Schuwerk, als er live durch das „Voith-MI" navigierte und dabei auch das Wissen eines Geschäftsführers über technische Details demonstrierte.
An Expertentischen hatten die Teilnehmer schließlich die Möglichkeit, einige Redaktionssysteme und Teilekataloge selbst zu testen und sich von deren Zukunftsfähigkeit zu überzeugen.
6841 Anschläge ohne Zwischentitel
Zukunftsfähige Lösungen für Informationssysteme vorgestellt
LINDAU, 13. November 2001 – Redaktions- und Informationssysteme standen im Mittelpunkt des „Forum <maschinenbau>2001" am 8. November in Lindau. Maschinen- und Anlagenbauer präsentierten, wie sie ihre individuellen Anforderungen an die Dokumentation erfolgreich und zukunftssicher gestalten. Rund 100 Teilnehmer kamen zu dem Forum, das die Lindauer TANNER AG, Marktführer für technische Dokumentation und Informationsmanagement, veranstaltete.
Die Dokumentation „just in time" bereitzustellen, stellt viele Betriebe, insbesondere im Sondermaschinenbau, vor große Herausforderungen. Denn für jede Maschine soll termingerecht eine Dokumentation geliefert werden: vollständig, übersichtlich, verständlich. Vielfalt und eine hohe Zahl von Varianten lassen einerseits die konventionelle Herstellung von Dokumentationen an die Grenzen stoßen, andererseits eröffnen sich damit aber Chancen für innovative Systeme. Namhafte Unternehmen zeigten beispielhaft, wie sie an diese Aufgabe herangegangen sind und welche zukunftsfähigen Lösungen sie zusammen mit TANNER realisiert haben: Moderne Methoden des Wissensmanagements und IT-Systeme generieren kundenspezifische Dokumentationen heute hochgradig automatisiert. Langfristige Prozesse – mehrfach war die Rede von mindestens einem Jahr – sind dabei zu bewältigen. Umsonst sind gute Ergebnis nicht zu haben. „Aber die Investition rentiert sich", war das übereinstimmende Fazit.
Integrierte Redaktionsprozesse
Gerade implementiert hat der Maschinenbauer INDEX ein neues Redaktionssystem, das Geschäftsführer Dr. Bernd Walker vorstellte. „Integrierte Informationserfassung" ist der zentrale Punkt, an dem die Lösung ansetzt. Die Information wird dort erfasst, wo sie entsteht: in der Produktentwicklung. Strukturiert, standardisiert und in funktionale Einheiten zerlegt liegen die Informationen in einer Datenbank und können mit den Stücklisten verknüpft werden. Parallel zur Maschinenkonfiguration sammelt das Redaktionssystem die einzelnen Informationsmodule ein und führt sie über einen Generator mit der Struktur der Dokumentation zusammen. Je nach Zielmedium sorgt eine Formatanweisung dafür, dass das automatisch generierte Dokument im passenden Layout publiziert wird. Die Wiederverwendung der einzelnen Informationsmodule ist so gewährleistet – und dank ihres Aufbaus sind sie einfach und meist automatisiert zu übersetzen. Rund 60 Mitarbeiter sind bei INDEX am Dokumentationsprozess beteiligt. Dass die Verantwortung für das neue System direkt bei der Geschäftsleitung angesiedelt ist, bringe viele Vorteile, so Walker.
Unterlieferantenstandard etabliert
„Online ist zukunftsfähig", fasste Jochen Löhnitz, Leiter der Zentralen Dokumentation bei Coperion Werner & Pfleiderer (CWP) zusammen. Ein Unterlieferantenstandard auf XML-Basis für das problemlose Einbinden von Ersatzteilinformationen in auftragsspezifische Kataloge war die Aufgabe des Anlagenbauers in der Kunststoffindustrie. Dem Aufwand beim Lieferanten stehen Vorteile unter anderem in der Aktualität seiner Daten, der Verwendung seiner originären Teilenummern sowie der Unterstützung bei dessen Dokumentation und dessen eigenem Teilekatalog gegenüber. „Die Anforderungen dürfen daher nicht nur für unser Unternehmen spezifisch sein", betonte Löhnitz. Der bei CWP entwickelte Unterlieferantenstandard ging übrigens direkt in die neue VDI-Richtlinie 4500/3 ein.
„Entscheidung für SGML/XML war richtig"
Schon vier Jahre Erfahrung hat Liebherr mit seinem Redaktionssystem. Erheblicher Aufwand war nötig, das SGML-System organisatorisch, konzeptionell und technisch aufzubauen und zu implementieren. Eine „Zentrale Dokumentation" wurde eingerichtet, die „Dokumentenjäger" wandelten sich zu „Informationssammlern". „Die Motivation ist gewaltig, wenn sie eigene Gestaltungsmöglichkeiten haben", berichtete Dr. Wolfgang Ziegler über die Mitwirkung der Redakteure. „Die Entscheidung für SGML/XML war damals mutig, aber richtig", sagte Ziegler. Trotz hoher Kosten für das neue System sei es eine echte Zukunftsinvestition mit wachsendem Nutzungsgrad. Die Ausweitung des bestehenden Systems auf weitere Werke sei vorgesehen.
Studie: Einfluss des Wissensmanagements steigt
Die Trends im Maschinenbau bis zum Jahre 2020 prognostizierte eine Studie, die das Beratungsunternehmen Arthur D. Little (ADL) im Auftrag des VDMA erstellt hatte. „Unternehmensnahe Dienstleistungen werden von hoher Hebelkraft für den deutschen Maschinen- und Anlagenbau sein", so Elmar Boeke, Senior Manager Maschinen- und Anlagenbau bei ADL. Auch für die Maschinenbauer werde das Wissensmanagement einen direkten Einfluss auf das Geschäftsergebnis haben. Unter anderem könne es zu mehr Effizienz und somit Kostenreduzierung beitragen.
Forschungsprojekt mumasy
Das Engagement des VDMA in Sachen technischer Dokumentation im Maschinenbau stellte Meinolf Gröpper vor. Der Verband koordiniert beispielsweise das Forschungsprojekt „Multimediales Maschineninformationssystem" (mumasy), das ein Branchen übergreifendes Modell entwickelt, um Informationen zwischen Zulieferern, Herstellern und Kunden auszutauschen. Die Abbildung von eigenen Informationen auf dem mumasy-Schema demonstrierte Dr. Rainer Lutz von Schuler Pressen. Das Funktionsmuster zeige, wie leistungsfähig der neue Ansatz sei, aber auch, dass ein hoher Anspruch dahinter stehe.
50 Prozent mehr Inhalt bei 50 Prozent weniger Seiten
Einen umfassenden Dokumentationsstandard aus der Luftfahrt (AECMA) hat MTU Friedrichshafen für die Dokumentation ihrer Schiffsmotoren modifiziert und mit dem TANNER-Funktionsdesign verbunden. Motoren sicher bedienen, warten nach Plan, Fehler diagnostizieren, Komponenten abbauen, ersetzen, zerlegen, reparieren und anbauen – die technische Dokumentation der MTU-Motorenserie 8000 (rund 11.000 PS aus 20 Zylindern, im Einsatz beispielsweise in schnellen Fähren) umfasst den kompletten Lebenszyklus des Motors. „50 Prozent mehr Inhalt bei 50 Prozent weniger Seiten", ist das Ziel von Dr. Jutta Nübel, Leiterin der Dokumentation. „Interaktive elektronische technische Dokumentation wird die Regel", ist sie überzeugt. „Wir haben ein Spitzenprodukt und wollen dazu auch Spitzenservice liefern", so Nübel.
Multimedia – so macht technische Doku Spaß
Dass technische Dokumentation nicht nur Pflicht ist, sondern auch Spaß machen kann, zeigte Wolfgang Schuwerk, Geschäftsführer bei Voith Paper, mit seinem Vortrag über das multimediale Informationssystem (MI) für Papiermaschinen-Komponenten. „Multimedial abgebildet bis ins Detail" informiert eine Anleitung über Funktion und Bedienung, computerbasiertes Training bereitet die Wartungsmannschaft vor und der Lernfortschritt wird mit Tests geprüft. Filme vermitteln realitätsnah, wie die Arbeiten ausgeführt werden. Animationen erlauben einen Blick ins Innere der Komponenten. „So macht Dokumentation Spaß!", freute sich Schuwerk, als er live durch das „Voith-MI" navigierte und dabei auch das Wissen eines Geschäftsführers über technische Details demonstrierte.
An Expertentischen hatten die Teilnehmer schließlich die Möglichkeit, einige Redaktionssysteme und Teilekataloge selbst zu testen und sich von deren Zukunftsfähigkeit zu überzeugen.
6841 Anschläge ohne Zwischentitel

