Technische Dokumentation in der Luftfahrt-Industrie
Forum in der Tanner-Denkfabrik in Lindau
LINDAU, 06. Mai 2002 –Chancen und Aufgaben eines neuen Standards für die technische Dokumentation in der Luftfahrt-Industrie waren die Themen eines Forums am 30. April in Lindau. Theorie und Praxis der neuen Richtlinie „ATA iSpec 2200" wurden aus verschiedenen Blickwinkeln dargestellt. Veranstalter waren die TANNER AG, führender Dienstleister für technische Dokumentation, und die „Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt – Lilienthal-Oberth e. V" (DGLR).
Schritt für Schritt setzt sich das neue Regelwerk für die technische Dokumentation in der Luftfahrt-Industrie durch. Auch führende europäische Hersteller fordern für neue Verkehrsflugzeuge die Dokumentation nach „ATA iSpec 2200". Der neue Standard bringt nicht nur enorme Rationalisierungspotenziale mit sich, die Umstellung erfordert auch neue Werkzeuge (Software) und Methoden. Denn die „ATA iSpec 2200" setzt zur Definition der Handbuchstrukturen und als Grundlage für den Datenaustausch zwischen Firmen auf die Metasprache SGML. Zulieferbetriebe sehen dadurch zunächst Probleme auf sich zukommen.
Standards von der ATA
Die Systematik der ATA-Spezifikationen erläuterte Prof. Dr. Dieter Scholz (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und Vorsitzender eines Fachausschusses der DGLR). Die ATA (Air Transport Association of America) ist ein Zusammenschluss von Luftverkehrsgesellschaften, die in Kooperation mit Herstellern Standards für die Dokumentation aufgestellt hat. Flugzeughersteller geben diese Anforderungen meist an ihre Zulieferer weiter. Nach welchem Standard zu dokumentieren ist, wird nicht gesetzlich, sondern in den Verträgen der Unternehmen untereinander festgelegt.
Kosten sparende Methoden
„Vielleicht der wichtigste Beitrag ist das ‚numbering system' der ATA", gewichtete Scholz. Darin wird ein Flugzeug zunächst in Systeme unterteilt und dann bis zum kleinsten Einzelteil durchnummeriert. Eine Vielzahl von Dokumentationswerken – von der Systembeschreibung bis zum Handbuch für die Flieger-Crew – steht am Ende des Prozesses. Ein und dieselbe Information wird hier jeweils zielgruppengerecht aufbereitet – ein möglicher Ansatzpunkt für Kosten sparende Verarbeitungsmethoden.
Zauberformel SGML
Die Grundlagen von SGML, wie die Metasprache von ATA verwendet wird und Gesichtspunkte der redaktionellen Arbeit mit dem neuen Dokumentations-Standard erläuterte Dr. Anselm Hofer, bei TANNER Spezialist für Metasprachen. Denn in der wesentlichen Neuerung des Standards liegen sowohl die Probleme wie auch die Chancen verborgen. Mit Hilfe der Metasprache SGML wird Information gemäß einer vorher festgelegten Dokument-Struktur (DTD) abgelegt. Damit kann sie nicht nur für die Ausgabe auf Papier oder in anderen Medien genutzt werden, sondern lässt sich auch in unterschiedlichen Firmen erneut integrieren und wieder automatisiert weiterverarbeiten. „Die Daten können über Software- und Betriebssystemgrenzen hinweg verteilt werden", so Hofer. „Daneben nimmt die DTD den Redakteuren die Arbeit ab, darüber nachzudenken, was wo einzufügen ist", sprach er einen weiteren Vorteil an.
Mehrwert generieren
„Information nur einmal erfassen und unternehmensweit nutzen, da steckt der Mehrwert drin", vermittelte Tilo Ried, Informationsmanager bei TANNER. SGML ist eine der Voraussetzungen für das automatisierte Be- und Verarbeiten von Dokumenten. Die hochgradige Strukturierung der Handbücher nach den DTDs des ATA-Standards stelle die optimale Grundlage für die hohe Schule des Informationsmanagements dar, so Ried.
Redaktionelles Arbeiten mit der neuen Norm
Allein der Umfang der „ATA iSpec 2200" von über 2000 Seiten stellt jedoch die technische Redaktion so manchen Zulieferbetriebs vor Probleme. Zudem stehen diese vor der Aufgabe, ein neues Erfassungswerkzeug („Editor") auszuwählen und einzusetzen. Den Prozess der Auswahl und Umstellung auf SGML hat Liebherr Aerospace bereits hinter sich. Stefan Bulling, IT-Leiter der Liebherr Aerospace am Hauptstandort Lindenberg, erläuterte seine Lösung, bei der TANNER unterstützend tätig war. Wie viele andere Flugzeug-Zulieferer setzt Liebherr den Editor Epic von Arbortext ein.
Vorteile auch am Ende der Info-Kette
Den Nutzen für den Endanwender – in der Luftfahrt die Fluggesellschaften – erläuterte Dr. Michael Neitzke von Lufthansa Systems. Die SGML-gestützte Dokumentation ermöglicht es nicht nur, Informationen verschiedener Hersteller problemlos in das eigene System einzubinden. Auch lässt sich die Information mit dem eigenen Layout gestalten. „Mehr Qualität, mehr Effizienz und geringere Kosten durch Einheitlichkeit", fasst Neitzke die Vorteile zusammen. Und nicht zuletzt lassen sich Airline-spezifische Prozesse, wie beispielsweise das Erzeugen von Arbeitskarten („Job-cards"), unterstützen.
Kür statt Pflicht
„Machen Sie die Pflicht zur Kür", empfahl Anton Rieser (TANNER). Der Standard helfe, sich auf die Inhalte zu konzentrieren, schneller fertig und damit auch früher am Markt zu sein. Wie das im Einzelnen anzustellen ist und wie die häufigsten Probleme bewältigt werden können, zeigten TANNER-Mitarbeiter im Anschluss an die Vorträge.
5050 Anschläge
Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten.
(Kurzfassung)
Technische Dokumentation
in der Luftfahrt-Industrie
Forum in der Tanner-Denkfabrik in Lindau
Ein neuer Standard für die technische Dokumentation in der Luftfahrt-Industrie war Thema eines Forums am 30. April in Lindau. Theorie und Praxis der neuen Richtlinie „ATA iSpec 2200" wurden aus verschiedenen Blickwinkeln dargestellt. Veranstalter waren die TANNER AG, führender Dienstleister für technische Dokumentation, und die „Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt – Lilienthal-Oberth e. V." (DGLR).
Schritt für Schritt setzt sich das neue Regelwerk der Vereinigung von Fluggesellschaften (ATA) für die technische Dokumentation in der Luftfahrt-Industrie durch. Neu im Rahmen der Richtlinie „ATA iSpec 2200" ist vor allem der Einsatz der Metasprache SGML. Damit und durch feste Strukturvorgaben können Informationen innerhalb von Unternehmen wie auch branchenweit elektronisch ausgetauscht und verarbeitet werden. Die bisher mehrfach nötige Erfassung entfällt; auch können die Informationen von Lieferanten problemlos in eigene Systeme und mit eigenem Layout eingebunden werden. Der Aufwand für die Einführung neuer Erfassungs- und Verarbeitungsprogramme wird in wenigen Jahren durch Einsparungen überkompensiert.
Referenten aus Industrie, Hochschule und von TANNER zeigten beim Forum den Aufbau der Dokumentationsrichtlinie, diskutierten auftauchende Probleme wie auch deren Lösung und zeigten die Vorteile bei der unternehmensübergreifenden Weitergabe von Information.
1380 Anschläge
Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten.
Forum in der Tanner-Denkfabrik in Lindau
LINDAU, 06. Mai 2002 –Chancen und Aufgaben eines neuen Standards für die technische Dokumentation in der Luftfahrt-Industrie waren die Themen eines Forums am 30. April in Lindau. Theorie und Praxis der neuen Richtlinie „ATA iSpec 2200" wurden aus verschiedenen Blickwinkeln dargestellt. Veranstalter waren die TANNER AG, führender Dienstleister für technische Dokumentation, und die „Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt – Lilienthal-Oberth e. V" (DGLR).
Schritt für Schritt setzt sich das neue Regelwerk für die technische Dokumentation in der Luftfahrt-Industrie durch. Auch führende europäische Hersteller fordern für neue Verkehrsflugzeuge die Dokumentation nach „ATA iSpec 2200". Der neue Standard bringt nicht nur enorme Rationalisierungspotenziale mit sich, die Umstellung erfordert auch neue Werkzeuge (Software) und Methoden. Denn die „ATA iSpec 2200" setzt zur Definition der Handbuchstrukturen und als Grundlage für den Datenaustausch zwischen Firmen auf die Metasprache SGML. Zulieferbetriebe sehen dadurch zunächst Probleme auf sich zukommen.
Standards von der ATA
Die Systematik der ATA-Spezifikationen erläuterte Prof. Dr. Dieter Scholz (Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und Vorsitzender eines Fachausschusses der DGLR). Die ATA (Air Transport Association of America) ist ein Zusammenschluss von Luftverkehrsgesellschaften, die in Kooperation mit Herstellern Standards für die Dokumentation aufgestellt hat. Flugzeughersteller geben diese Anforderungen meist an ihre Zulieferer weiter. Nach welchem Standard zu dokumentieren ist, wird nicht gesetzlich, sondern in den Verträgen der Unternehmen untereinander festgelegt.
Kosten sparende Methoden
„Vielleicht der wichtigste Beitrag ist das ‚numbering system' der ATA", gewichtete Scholz. Darin wird ein Flugzeug zunächst in Systeme unterteilt und dann bis zum kleinsten Einzelteil durchnummeriert. Eine Vielzahl von Dokumentationswerken – von der Systembeschreibung bis zum Handbuch für die Flieger-Crew – steht am Ende des Prozesses. Ein und dieselbe Information wird hier jeweils zielgruppengerecht aufbereitet – ein möglicher Ansatzpunkt für Kosten sparende Verarbeitungsmethoden.
Zauberformel SGML
Die Grundlagen von SGML, wie die Metasprache von ATA verwendet wird und Gesichtspunkte der redaktionellen Arbeit mit dem neuen Dokumentations-Standard erläuterte Dr. Anselm Hofer, bei TANNER Spezialist für Metasprachen. Denn in der wesentlichen Neuerung des Standards liegen sowohl die Probleme wie auch die Chancen verborgen. Mit Hilfe der Metasprache SGML wird Information gemäß einer vorher festgelegten Dokument-Struktur (DTD) abgelegt. Damit kann sie nicht nur für die Ausgabe auf Papier oder in anderen Medien genutzt werden, sondern lässt sich auch in unterschiedlichen Firmen erneut integrieren und wieder automatisiert weiterverarbeiten. „Die Daten können über Software- und Betriebssystemgrenzen hinweg verteilt werden", so Hofer. „Daneben nimmt die DTD den Redakteuren die Arbeit ab, darüber nachzudenken, was wo einzufügen ist", sprach er einen weiteren Vorteil an.
Mehrwert generieren
„Information nur einmal erfassen und unternehmensweit nutzen, da steckt der Mehrwert drin", vermittelte Tilo Ried, Informationsmanager bei TANNER. SGML ist eine der Voraussetzungen für das automatisierte Be- und Verarbeiten von Dokumenten. Die hochgradige Strukturierung der Handbücher nach den DTDs des ATA-Standards stelle die optimale Grundlage für die hohe Schule des Informationsmanagements dar, so Ried.
Redaktionelles Arbeiten mit der neuen Norm
Allein der Umfang der „ATA iSpec 2200" von über 2000 Seiten stellt jedoch die technische Redaktion so manchen Zulieferbetriebs vor Probleme. Zudem stehen diese vor der Aufgabe, ein neues Erfassungswerkzeug („Editor") auszuwählen und einzusetzen. Den Prozess der Auswahl und Umstellung auf SGML hat Liebherr Aerospace bereits hinter sich. Stefan Bulling, IT-Leiter der Liebherr Aerospace am Hauptstandort Lindenberg, erläuterte seine Lösung, bei der TANNER unterstützend tätig war. Wie viele andere Flugzeug-Zulieferer setzt Liebherr den Editor Epic von Arbortext ein.
Vorteile auch am Ende der Info-Kette
Den Nutzen für den Endanwender – in der Luftfahrt die Fluggesellschaften – erläuterte Dr. Michael Neitzke von Lufthansa Systems. Die SGML-gestützte Dokumentation ermöglicht es nicht nur, Informationen verschiedener Hersteller problemlos in das eigene System einzubinden. Auch lässt sich die Information mit dem eigenen Layout gestalten. „Mehr Qualität, mehr Effizienz und geringere Kosten durch Einheitlichkeit", fasst Neitzke die Vorteile zusammen. Und nicht zuletzt lassen sich Airline-spezifische Prozesse, wie beispielsweise das Erzeugen von Arbeitskarten („Job-cards"), unterstützen.
Kür statt Pflicht
„Machen Sie die Pflicht zur Kür", empfahl Anton Rieser (TANNER). Der Standard helfe, sich auf die Inhalte zu konzentrieren, schneller fertig und damit auch früher am Markt zu sein. Wie das im Einzelnen anzustellen ist und wie die häufigsten Probleme bewältigt werden können, zeigten TANNER-Mitarbeiter im Anschluss an die Vorträge.
5050 Anschläge
Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten.
(Kurzfassung)
Technische Dokumentation
in der Luftfahrt-Industrie
Forum in der Tanner-Denkfabrik in Lindau
Ein neuer Standard für die technische Dokumentation in der Luftfahrt-Industrie war Thema eines Forums am 30. April in Lindau. Theorie und Praxis der neuen Richtlinie „ATA iSpec 2200" wurden aus verschiedenen Blickwinkeln dargestellt. Veranstalter waren die TANNER AG, führender Dienstleister für technische Dokumentation, und die „Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt – Lilienthal-Oberth e. V." (DGLR).
Schritt für Schritt setzt sich das neue Regelwerk der Vereinigung von Fluggesellschaften (ATA) für die technische Dokumentation in der Luftfahrt-Industrie durch. Neu im Rahmen der Richtlinie „ATA iSpec 2200" ist vor allem der Einsatz der Metasprache SGML. Damit und durch feste Strukturvorgaben können Informationen innerhalb von Unternehmen wie auch branchenweit elektronisch ausgetauscht und verarbeitet werden. Die bisher mehrfach nötige Erfassung entfällt; auch können die Informationen von Lieferanten problemlos in eigene Systeme und mit eigenem Layout eingebunden werden. Der Aufwand für die Einführung neuer Erfassungs- und Verarbeitungsprogramme wird in wenigen Jahren durch Einsparungen überkompensiert.
Referenten aus Industrie, Hochschule und von TANNER zeigten beim Forum den Aufbau der Dokumentationsrichtlinie, diskutierten auftauchende Probleme wie auch deren Lösung und zeigten die Vorteile bei der unternehmensübergreifenden Weitergabe von Information.
1380 Anschläge
Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten.

