16.12.2010
Quellentextangabe ABZ 08/2010

Kompetenz in Seitenkanalpumpen trifft Kompetenz in Betriebsanleitungen

Beate Zientek-Strietz, geschäftsführende Gesellschafterin der SERO PumpSystems GmbH in Meckesheim, spricht im ABZ-Interview über die Zusammenarbeit mit dem TANNER-Kompetenzzentrum Pumpen.

ABZ: Sehr geehrte Frau Zientek-Strietz, auf Ihrer Homepage sichern Sie zu, dass Ihre Kunden in SERO einen – Zitat – "zuverlässigen Partner bis zum umfassenden After-Sales-Service" erwarten dürfen. Welchen Stellenwert haben in diesem Kontext die Betriebsanleitungen Ihrer Pumpen?

Beate Zientek-Strietz: Betriebsanleitungen sind inzwischen, wie die gesamte Auftragsdokumentation, integraler Bestandteil der von uns auf den Markt gebrachten Produkte. Und so wie wir als DIN ISO 9001:2008-zertifiziertes Unternehmen höchste Ansprüche an die Qualität unserer Seitenkanalpumpen stellen, legen wir natürlich auch bei den Betriebsanleitungen größten Wert auf Zuverlässigkeit, Vollständigkeit, Verständlichkeit sowie Rechts- und Normenkonformität.

ABZ: Als Partner für die Erstellung und Übersetzung Ihrer Anleitungen haben Sie das TANNER-Kompetenzzentrum Pumpen gewählt. Welchen Mehrwert schafft Ihnen diese Zusammenarbeit?

Beate Zientek-Strietz: In früheren Jahren hatten wir keine Probleme, die Anleitungen in Eigenregie zu erstellen. Hier erwies sich als großer Vorteil, dass wir in allen Abteilungen hochqualifiziertes Personal haben, so dass sozusagen als "Gemeinschaftsprojekt" abteilungsübergreifend die Anleitungen zu den verschiedenen Baureihen und in verschiedenen Sprachen erstellt wurden.

Die europäische Gesetzgebung und insbesondere die Maschinenrichtlinie mit ihren harmonisierten Normen hat mittlerweile jedoch einen Komplexitätsgrad erreicht, der uns unsere Grenzen aufzeigte. Auf der Suche nach externer professioneller Unterstützung sind wir schließlich auf das TANNER-Kompetenzzentrum gestoßen, dessen Konzept und Referenzen uns von Anfang an überzeugten. Der Ansatz besteht ja darin, Anleitungsinhalte herstellerübergreifend und für die jeweiligen Pumpentypen zentral zu erstellen, vorzuhalten und dann für einen spezifischen Anbieter wiederzuverwenden. Das verspricht einem als Neukunden sehr viel Sicherheit.

ABZ: Konnte die operative Zusammenarbeit dieses Versprechen denn einlösen?

Beate Zientek-Strietz: Absolut. Gleichzeitig sind die Durchlaufzeiten für Erstellung und Übersetzungen sehr kurz und der Aufwand auf unserer Seite ist minimal. So haben unsere Mitarbeiter aus Technik, IT und Vertrieb, die bislang an den Anleitungen mitwirkten, nun mehr Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben. Hiervon profitiert am Ende unser Kunde, der sich über kürzere Responsezeiten freut.

ABZ: Was bedeutet das konkret?

Beate Zientek-Strietz: Lassen Sie mich Ihnen ein Beispiel geben: Nehmen wir an, wir bieten einem Neukunden im Ausland eine bestimmte Pumpe an, für die wir noch keine Anleitung in der jeweiligen Landessprache haben. Dann können wir es uns heute im echten Wortsinn leisten, uns die entsprechende Übersetzung zur Unterstützung der Markterschließung anfertigen zu lassen.

Und spätestens zwei Wochen nach Beauftragung steht uns dann die fertige Anleitung zur Verfügung.

ABZ: Das Konzept des Kompetenzzentrums setzt ja unter anderem auch auf branchenweite Standardisierung. Welche Erfahrungen haben Sie mit diesem Aspekt sammeln können?

Beate Zientek-Strietz: So viel Standardisierung wie möglich, so viel Individualität wie nötig – wir haben erlebt, dass der Spielraum für individuelle Anforderungen mehr als ausreichend ist. Zum Beispiel war es keinerlei Problem, dass wir im Gegensatz zu anderen Herstellern alle ATEX-relevanten In-formationen und Hinweise in der allgemeinen Betriebsanleitung komplett integriert haben wollten. Im Übrigen denken wir hier genauso wie die meisten anderen Pumpenhersteller: Der Versuch, sich über die Betriebsanleitungen zu differenzieren, ergibt meines Erachtens keinen Sinn. SERO ist die einzige Pumpenfabrik, die ausschließlich Seitenkanalpumpen herstellt. Das differenziert uns unzweideutig.

ABZ: Wenn Sie mit Ihrem Kenntnis- und Erfahrungsstand eine Empfehlung aussprechen sollten – für wen ist die Nutzung des Kompetenzzentrums von Interesse?

Beate Zientek-Strietz: Im Grunde kann ich nicht erkennen, für welchen Pumpenhersteller die branchenweit gemeinsame Nutzung der Informationen nicht interessant sein sollte.

Insbesondere die rechtliche Absicherung, die Betriebsanleitungen auf aktueller Normenkonformität zu halten, die kurzen Responsezeiten der Mitarbeiter bei TANNER und die flexible Umsetzung in die erforderlichen EU-Sprachen können für jeden Pumpenhersteller von Vorteil sein.

ABZ: Herzlichen Dank für Ihre Auskünfte, Frau Zientek-Strietz.

Zum Unternehmen
Das 1894 in Berlin gegründete, inhabergeführte Familienunternehmen SERO hat sich von Beginn an auf Seitenkanalpumpen spezialisiert, für die es im Jahr 1929 ein Reichspatent erhielt. Seit 1959 ist der Sitz des Unternehmens in Meckesheim bei Heidelberg. Die ausgeprägte Kompetenz im Bereich der Seitenkanalpumpen wird ergänzt und kontinuierlich ausgebaut durch die Kooperation mit externen Partnern und Forschungseinrichtungen.

Die Hälfte des Unternehmensumsatzes stammt aus dem direkten, weltweiten Export. Die wichtigsten SERO-Exportmärkte sind an erster Stelle Europa – und hier nahezu alle europäischen Länder – gefolgt von Amerika und mit deutlichen Zuwächsen Asien. Entsprechend international muss SERO auch aufgestellt sein, wenn es um die Sprachenvielfalt der Auftragsdokumentation geht: Die Pumpen, die SERO jährlich produziert, werden je nach Empfängerland und Kundenwunsch mit fremdsprachigen Betriebsanleitungen auf den Weg gebracht. Neben den Anleitungen in den gängigen Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch, die selbstverständlich der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG entsprechen und zum Down-load auf der SERO-Internetseite www.seroweb.de bereitstehen, konnten bislang in Zusammenarbeit mit der TANNER AG mehr als 10 weitere Sprachen realisiert werden.

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