05.07.2010
Quellentextangabe ABZ 5/2010

Tridonic: Katalogerstellung im Licht der Zukunft

Komponenten und Steuersysteme für innovative Lichtlösungen, damit hat die TridonicAtco GmbH & Co. KG Weltruf erlangt. Die individuelle, auf den Kunden zugeschnittene Lösung steht dabei für das österreichische Unternehmen im Vordergrund. Über 250 Entwicklungsingenieure versorgen Kunden weltweit mit intelligenten Beleuchtungskonzepten. Über 200 Erfindungen und mehr als 2.000 Patente dokumentieren die Innovationskraft von Tridonic. Ein Anteil an Neuprodukten von über 40 Prozent unterstreicht die technische Entwicklungskraft. Dieser Artikel beschreibt, wie Tridonic seine Katalogproduktion zum Start der Leitmesse "Light & Building" 2010 termingerecht erfolgreich automatisiert hat.

Wenn vieler Hände Arbeit nicht ausreicht
In immer kürzeren Zyklen immer mehr neue Produkte auf den Markt zu bringen, das kann nicht spurlos an der Arbeit von Katalogmachern vorbei gehen: In zunehmend kürzeren Zeitabständen und gleichzeitig stets aktuell müssen die Verantwortlichen im Hause Tridonic den Käufergruppen das Produktportfolio auf Papier präsentieren.

"Uns war klar, dass wir diese Aufgabe in manueller Produktion nicht länger würden umsetzen können", blickt Doris Schwarz, Head of Global Marketing Communication von Tridonic, ein Jahr zurück. "Deshalb haben wir im April 2009 gemeinsam mit der TANNER AG die Neukonzeption für die automatisierte Erstellung unserer Kataloge in Angriff genommen."
Die Aufgabenstellung an die Projektteams beider Partner war ebenso eindeutig wie herausfordernd. Pünktlich zur Leitmesse "Light & Building" im April 2010 musste die neue Katalogausgabe den gespannten Kunden präsentiert werden.

Rahmenbedingungen ohne Interpretationsspielraum
Auch abseits der kritischen Terminvorgabe waren die Rahmenbedingungen klar abgesteckt. Bereits im Jahr 2002 hatte TANNER den Mutterkonzern von Tridonic – die Zumtobel Group – bei der Entwicklung und Einführung eines Individualsystems zur Katalogproduktion unterstützt. 2007 wurde das System von TANNER für die englische Zumtobel-Tochter Thorn erweitert, die seither ihre Kataloge daraus produziert. Folgerichtig lautete auch für die Automatisierung bei Tridonic die Vorgabe, das konzerneigene System nutzbar zu machen. "Für uns kam es bei der Adaption des Systems besonders darauf an, dass wir komfortabel und schnell Anpassungen an unseren Katalogen vornehmen können", so Doris Schwarz.

Kein alter Wein in neuen Schläuchen
Damit war die Entscheidung für das "Wie" der künftigen Katalogproduktion gefallen. Und das "Was"? Die Tridonic-Verantwortlichen waren überzeugt, dass nicht nur die Produktionsweise des Tridonic-Katalogs in die Jahre gekommen war. Auch Darstellung und Navigation im Katalog konnten der veränderten und gewachsenen Produktprogramm-Struktur nicht mehr gerecht werden. In einer Kundenbefragung wurden die Schwachstellen des bestehenden Katalogs aufgedeckt und Verbesserungspotenziale identifiziert.

Beim Vorarlberger Markenproduzenten entschied man sich daraufhin, das Projekt mit einer auf die Möglichkeiten des Systems ausgerichteten Neukonzeption des Katalogs zu beginnen. Im Fokus standen dabei die Produktseiten. Sie sollten dem Nutzer eine einfache und sichere Navigation ermöglichen.

Eine besondere Herausforderung war die nicht ganz triviale Beziehung zwischen Produkt und Zubehör. Diese Aufgabe hat das Marketing-Team von Tridonic gemeinsam mit den Katalog-Konzeptionisten von TANNER gelöst. Doris Schwarz über das Ergebnis: "Da wir sehr eng in die Erstellung des neuen Konzepts eingebunden wurden, entsprach das Ergebnis der präsentierten Musterseiten und des Gesamtkonzepts unseren gemeinsamen Überlegungen. Überrascht haben uns jedoch die Durchgängigkeit des TANNER-Konzepts sowie die Kreativität im Detail."

Kundenspezifische System-Erweiterung
Und die Produktionsumgebung? Die größten Herausforderungen bei der Anpassung des bestehenden Konzern-Systems für Tridonic beschreibt Bernd Lehmanski, Leiter Systemintegration bei TANNER: "Mit der Systemeinführung bei Tridonic sollte der Automatisierungsgrad bei der Erstellung bereits im ersten Schritt höher sein als bei den vorherigen Zumtobel-Systemen. Zweitens mussten wir für Tridonic einen Weg finden, wie wir bei der Publikation nach Adobe InDesign vor allem die Komplexität der hoch dynamischen Tabellen umsetzen können. Und drittens sollte das System trotz der höheren Inhalts-Komplexität überdurchschnittlich performant sein."

All diese Vorgaben zum System wurden laut Tridonic umgesetzt. Die Katalogerstellung wurde auf Anhieb zu mehr als 80 Prozent automatisiert. Durch die Integration des InDesign-Plugins von Acolada in die Publikationsstrecke wurden die höchsten Komplexitätshürden abgebaut. Und das System arbeitet im Ergebnis trotz umfangreicherer Anforderungen messbar schneller als in Vergleichsfällen.

"Entscheidend für den Erfolg bei der Projektplanung und -umsetzung war die konstruktive und operative Beteiligung der Corporate IT der Zumtobel Group unter Leitung von Martin Rohner", resümiert Bernd Lehmanski. Dort wurden nicht zuletzt die Abfrage-Logiken für die Produktdatenbank festgelegt.

Funktionsweise der Lösung
Zentrum und Ausgangspunkt der automatisierten Katalogerstellung bei Tridonic ist die Produktdatenbank, die konzernweit bei der Zumtobel Group im Einsatz ist. Von dort werden bei der Generierung der Katalog-Seiten alle Produktinformationen an einen Generator übergeben. Dieser wurde von TANNER für die Bedarfe von Tridonic kundenspezifisch angepasst.

Nach einem komplexen Regelwerk erzeugt er aus den Ursprungsdaten ein XML-Ausgangsformat, das um Hierarchie- und Layoutinformationen angereichert und für die Verarbeitung durch das InDesign-Plugin aufbereitet wird. Die Nacharbeiten in InDesign sind auf das Minimum reduziert und optimal vorbereitet.

Abschluss und Ausblick
Im Februar 2010, rechtzeitig vor der Leitmesse "Light & Building" in Frankfurt, wurde das Projekt abgeschlossen. Neben dem Printkatalog wurde zusätzlich der Onlinekatalog von Tridonic neu erstellt. Hierbei wurden unter Verwendung der im System vorhandenen Daten HTML-Seiten ausgespielt. Die Printversion des Gesamtkatalogs hat Tridonic zunächst in zwei Sprachen vorgelegt: Deutsch und Englisch. Mittlerweile kamen fünf Sprachen hinzu. Zudem wurde mit dem "TALEXX-Katalog" ein Spezialkatalog zum Thema LED produziert.

Doris Schwarz umreißt die nahe Zukunft in zwei Sätzen: "Derzeit sind wir dabei, unsere Kataloge in vier weiteren Sprachen zu produzieren. Zusätzlich wird es einen Spezialkatalog für den australischen Markt geben." Auch der Automatisierungsgrad soll kontinuierlich optimiert werden und, so Doris Schwarz weiter: "Wir wollen unseren kompletten Onlinekatalog in Zukunft direkt aus der Produktdatenbank ausspielen. Es bleibt spannend. Aber wir haben bewiesen, dass es geht."

Über Tridonic:
Die TridonicAtco GmbH & Co. KG ist ein in über 70 Ländern tätiger Hersteller für Lichtkomponenten, Lichtmanagementsysteme, Verbindungstechnik und LED-Lösungen. Zu den Kunden zählen Leuchtenhersteller, Architekten, Elektro- und Lichtplaner, Elektroinstallateure sowie Großhändler. Die ersten Vorschaltgeräte wurden bei Tridonic 1950 entwickelt, mittlerweile beschäftigt das Unternehmen mehr als 1.900 Mitarbeiter in 30 Niederlassungen und 43 Vertriebsbüros weltweit.
Die TridonicAtco GmbH & Co. KG hat ihren Hauptsitz in Dornbirn/Vorarlberg und ist ein Tochterunternehmen der Zumtobel Group. Auch die Hersteller für Lichtlösungen und -komponenten Zumtobel, Thorn und Ledon gehören der Zumtobel Group an.

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