„Eine gute Sache“ – der Kinderschutzbund und die TANNER-Spende 2017

Spendenübergabe 2017 an den Kinderschutzbund Friedrichshafen

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der TANNER AG spenden seit nunmehr sieben Jahren ihre Weihnachtsgeschenke in Form einer Geldspende an gemeinnützige Organisationen. 2018 werden der Verein für Körperbehinderte Allgäu, der Turn- u. Sportverein Hergensweiler e.V. sowie der RRMV Friedrichshafen e.V. unterstützt.

Im letzten Jahr förderte die TANNER AG u. a. den Kinderschutzbund Friedrichshafen. Roswitha Scheifler, die seit sieben Jahren das TANNER-Kinderhaus leitet, war Projektpatin und berichtet ein Jahr danach im Interview über ihre ehrenamtliche Arbeit und erzählt, wozu die TANNER-Spende verwendet wurde.

Kerstin Twietmeyer: Hallo Roswitha, Du warst vor einem Jahr Projektpatin für den Deutschen Kinderschutzbund Friedrichshafen. Wofür setzt sich der Verein ein? Und wie bist Du zum Verein und Deiner ehrenamtlichen Tätigkeit gekommen?

Roswitha Scheifler: Der Deutsche Kinderschutzbund setzt sich u. a. für den Schutz von Kindern vor Gewalt, gegen Kinderarmut und für die Umsetzung der Kinderrechte in Deutschland ein.

Ich bin seit ca. 20 Jahren Mitglied und habe dort lange Zeit ehrenamtliche Kinderbetreuung gemacht. Damals habe ich als Erzieherin halbtags im Kindergarten gearbeitet und bin über meine Kolleginnen, die im Verein bereits ehrenamtlich aktiv waren, auf die Kinderbetreuung „Kindernest“ aufmerksam geworden. Das fand ich eine gute Sache und habe dann etwa 10 Jahre lang zweimal in der Woche Kinder betreut, deren Mütter z. B. einen Arzt-Termin hatten.

Seit ich wieder Vollzeit arbeite, bin ich überwiegend passives Mitglied. Ich informiere mich aber regelmäßig über die Aktivitäten, halte engen Kontakt zu den Mitgliedern und engagiere mich, wie es mir zeitlich eben möglich ist.

Kennst Du neben dem „Kindernest“ weitere Projekte, die der Verein anbietet?

Durch meine Mitgliedschaft habe ich auch viel über die Hintergründe des Vereins erfahren und weitere Angebote des Vereins kennengelernt, wie z. B. den „Betreuten Umgang“ für Scheidungskinder, die Kleiderbörse, Hausaufgaben- und Haushaltshilfe und Besuchsdienste. Neben der Betreuung im Kindernest war ich beim Projekt „Betreuter Umgang“ aktiv und habe im Vorstand bei Themen wie der Weihnachtsmarkt- und Programmgestaltung und im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit mitgewirkt.

Und wofür wurde die Spende der TANNER-Belegschaft verwendet?

Wir haben uns sehr über die Spende gefreut. Dafür nochmals vielen Dank. Auch in Deutschland nimmt die Kinderarmut zu, sodass wir immer mehr auf Spenden und Unterstützung angewiesen sind.

Durch die TANNER-Spende war es uns endlich möglich, ein Veranstaltungszelt zu kaufen, das vor allem bei Aktionen der Öffentlichkeitsarbeit zum Einsatz kommt und Schutz vor schlechtem Wetter bietet.

Außerdem haben wir ganz gezielt einzelne Kinder gefördert, die auf Unterstützung angewiesen sind. Die haben z. B. zum Geburtstag einen lang ersehnten Wunsch erfüllt oder eine Schultüte zur Einschulung bekommen. Und wir konnten einigen Familien helfen, die letzten Winter noch entsprechende Kleidung benötigten, wie etwa Handschuhe und Winterschuhe.

Ein Teil der Spende ist in die Verwaltung geflossen, die eine Software für die alltäglichen Verwaltungsaufgaben anschaffen konnte. Und für das „Kindernest“ haben wir Spielmaterialien gekauft.

Zu guter Letzt konnten wir den Ehrenamtlichen eine kleine Freude in Form von Blumensträußen und kleinen Gutscheinen bereiten und uns so für ihr Engagement bedanken. Das hat mich persönlich sehr gefreut und ich finde dies sehr wichtig für die Anerkennung und Honorierung ihrer Arbeit. Der Großteil der Vereinsmitglieder sind Ehrenamtliche, ohne die die meisten derzeitigen Angebote und Projekte nicht möglich wären.

Welche Projekte sind Dir besonders wichtig?

Ich finde das Angebot für die Jugendlichen sehr wichtig. Es gibt immer mehr Bindungs-, Scheidungs- und Trennungsproblematiken. Die Betroffenen reagieren mit Aggression oder Depression auf diese Situationen. Bindungsangebote, Sport und andere Freizeitaktivitäten helfen dann oft.

Außerdem gibt es bei uns das Projekt Eltern-Erziehungsarbeit. Eltern werden dort in ihrer Rolle als Eltern und Erziehende gecoacht. Nicht, weil sie grundsätzlich unfähig sind, sondern weil immer mehr Eltern berufstätig sind und ihre Kinder recht früh in Betreuung abgeben. Dementsprechend haben sie wenig Zeit, sich mit Erziehungsarbeit auseinanderzusetzen.

Vielen Dank für das Gespräch. Ich wünsche Dir weiterhin viel Spaß und Erfolg bei Deiner Arbeit für den Verein.

Bildquellen

  • Spendenübergabe 2017: Christian Flemming

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