Viele Wege führen in die Technische Dokumentation. Mein Kontaktstudium an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft.

Gestapelte Bücher

Bevor mich mein Weg über ein berufsbegleitendes Studium in die Technische Dokumentation geführt hat, habe ich lange in der Elektronikbranche (Festnetz-Telefonie, Mobilfunk und Internetlösungen) gearbeitet. Meine Berufslaufbahn habe ich 1985 mit einer Ausbildung zum Feingeräteelektroniker bei der Siemens AG in Bruchsal begonnen. Danach arbeitete ich bei der Siemens AG und bei der Nokia Siemens Networks GmbH & Co. KG in Bruchsal bis zur Werksschließung im November 2013. Dort war ich sowohl im technischen als auch im kaufmännischen Bereich tätig. Zu meinen Aufgaben gehörte das Prüfen und die Fehlersuche in der Qualitätssicherung, die Fehlerdiagnose auf elektronischen Baugruppen sowie das Mitwirken beim Aufbau der neuen Abteilung „Take Back Management“.

Mein Weg in die Technische Dokumentation

Als Spare Part- und Take Back-Manager im Bereich Hardware Services war ich für die Rücknahme von alten Telekommunikationssystemen und deren Wiederverwendung bzw. Recycling zuständig. Dabei hatte ich bereits viel mit dem Beschreiben von Prozessen und Arbeitsabläufen zu tun, wie z. B. von Prüfanweisungen, Verpackungs- und Versandanweisungen. Da sich die Abteilung im Aufbau befand, standen kaum brauchbare Dokumente zur Verfügung. Bei dieser Arbeit hatte ich viel Spaß, sodass ich Interesse daran hatte, das Thema „Technische Dokumentation“ zu vertiefen.

Im November 2013 schloss Nokia Siemens Networks in Bruchsal und ich wurde im Zuge dessen in eine Beschäftigungsgesellschaft übernommen. So hatte ich die Möglichkeit, das Kontaktstudium „Technische Dokumentation“ an der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft aufzunehmen. Von Februar bis Juli 2014 studierte ich 300 Stunden – freitags, samstags und während zweier ganztägiger Wochenblöcke – zentrale Themen der Technischen Dokumentation, u. a. Dokumentationsanalyse, digitale Bildbearbeitung, Online-Dokumentation und Terminologie. Abgeschlossen habe ich die Weiterbildung mit einer Buchrezension und einer Projektarbeit zum Thema „Terminologie – Terminologieverwaltungssysteme im Vergleich“, die ich präsentierte und über die ich eine mündliche Prüfung ablegte. Darüber hinaus hatte ich eine mündliche Prüfung über die kompletten Studieninhalte.

Mein Weg durch den Themen-Dschungel

Nach vielen Jahren im Berufsleben ist mir das Studium vergleichsweise schwer gefallen. Eine Vielzahl von Themen und Software-Programmen wurden behandelt und vorgestellt. Meistens erhielt ich jedoch nur einen groben Überblick und es blieb wenig Zeit zum Üben und Vertiefen, zumal die Software-Programme zu Hause nicht verfügbar waren. Trotzdem war es mein Anspruch, möglichst viele Bereiche kennenzulernen und Erfahrungen zu sammeln. Darüber hinaus konnte ich viele Unterlagen aus dem Studium mitnehmen, auf die ich heute im Arbeitsalltag immer wieder zurückgreife.

Mir kam zugute, dass es sich bei dem Kontaktstudium um eine berufsbegleitende Weiterbildung handelt, und ich über die Beschäftigungsgesellschaft ausreichend Zeit hatte, mich mit den Themen des Studiums auseinanderzusetzen. Anders als viele Teilnehmer, die die Weiterbildung mit einem Fulltime-Job vereinbaren mussten, hatte ich nur einen Nebenjob als Barkeeper. Außerdem war mein Anfahrtsweg nach Karlsruhe mit 30 km vergleichsweise kurz, während meine Kommilitonen von weit her anreisten und in Karlsruhe übernachten mussten.

Von Nachteil war, dass ich über fast keine Berufserfahrung im Bereich der Technischen Redaktion und nicht über die Möglichkeit zu einer firmengebundenen Projektarbeit verfügte.

Viele Studienkollegen arbeiteten schon länger in der Technischen Dokumentation und hatten sich aus dem Job heraus für die Weiterbildung entschieden.

Mein Weg zu TANNER

Erfreulicherweise gelang mir der Übergang in den Beruf problemlos. Durch meinen Kollegen Berndt Brüderlin, der mit mir das Kontaktstudium absolvierte und mich auf eine Stellenausschreibung in Graben-Neudorf aufmerksam machte, bin ich schließlich zu TANNER gekommen. Seit eineinhalb Jahren arbeite ich nun in der Niederlassung Graben-Neudorf und war bereits an Projekten in den Bereichen Wärmepumpen, Versorgungstechnik und Hydraulik beteiligt. Dabei habe ich in erster Linie Betriebsanleitungen in InDesign erstellt, bestehende Dokumente mit Word-Formatvorlagen überarbeitet und Produkttabellen in einer EPIM-Datenbank angelegt.

Ich bin froh, dass ich mich für das Kontaktstudium entschieden habe und würde diesen Weg jederzeit wieder gehen. Der Job bei TANNER macht mir sehr viel Spaß, da die Aufgaben durch verschiedene Kunden und Projekte sehr vielfältig sind.

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