Was bedeutet eigentlich „Responsive“?

Smartphones

Ich bin gefragt worden, ob ich nicht etwas zu IT-Themen im Umfeld der technischen Kommunikation bloggen würde. Warum nicht – aber mit welchem Fokus? IT-Blogs gibt es wie Sand am Meer. Ich versuche es mal so: Ich werde Themen und Schlagworte in unserem Umfeld aufgreifen und in kleineren Fragmenten bearbeiten oder in einen größeren Rahmen einordnen. Zusätzlich möchte ich immer wieder Tipps und Tricks zu den unterschiedlichen Problemstellungen in der täglichen Arbeit darstellen.

Ein Aspekt, dem ich immer wieder begegne, sind Schlagworte

Schlagworte sind seit langer Zeit vor allem in der IT gern genutzte Instrumente, um Aufmerksamkeit und Bedarfe möglicher Kunden schnell auf daran aufgehängte Produkte, Dienstleistungen und Methoden zu lenken. Hinter solchen Schlagworten verbergen sich meist nicht ganz einfach fassbare Themen und Nutzenpotenziale, die sich die Zielgruppe aus dem Begriff oft selbst erschließen muss – und dies dann auch intuitiv tut.

Im Bereich der technischen Kommunikation und deren Vermittlung an die potenziellen Zielgruppen über diverse Kanäle wird häufig der Begriff „Responsive“ genannt und daraus abgeleitete Begriffe aus der technischen Umsetzungswelt von Gestaltung, Webdesign und HTML. Was verbinden Sie damit? Es gibt zahlreiche Begriffs-Assoziationen zu „Responsive“: Darstellung von Inhalten auf aller Art von Devices, vom kleinen Smartphone bis zum 24-Zoll-Desktop-Monitor, HTML5, moderne und zeitgemäße Navigation etc.

Es lässt sich eine ganze Menge Produkte und Dienstleistungen über diesen Begriff verkaufen, ohne die eigene Bedarfslage und mögliche technischen Umsetzungsansätze wirklich zu kennen und beurteilen zu können.

Responsive

Eine wörtliche Übersetzung von „Responsive“ ist „auf Bedürfnisse eingehen / auf etwas reagieren“. Übertragen auf die Welt der Wissensvermittlung geht es hier also um die Vermittlung von Wissen, fokussiert auf den Bedarf des Anwenders.

Bedarfsgerechte Informationsvermittlung hat sich über die Jahre evolutionär entwickelt. Ich fasse diese Stufen folgendermaßen zusammen:

  • Stufe 1
    Inhalte werden anhand einer führenden Navigation (Inhaltsverzeichnis) über ein Medium dem Leser zur Verfügung gestellt (papierbasierte Dokumentation).
  • Stufe 2
    Inhalte werden über Webseiten oder webseiten-ähnliche Medien zur Verfügung gestellt. Der Zugriff ist über alternative Navigationen vom Leser erreichbar. Erste Verbindungen zum beschreibenden Sachverhalt sind möglich (z.B. kontextsensitive Hilfe).
  • Stufe 3
    Inhalte werden über web-basierte Medien, angepasst an unterschiedliche Bildschirmgrößen und Endgeräte, zur Verfügung gestellt. Damit ist nicht nur der Informationszugang anpassbar, sondern auch die Darstellung der Inhalte gestaltet sich optimiert für die Nutzungssituation des Lesers. Beispielsweise werden Tabellen mit vielen Spalten um weniger wichtige Spalten verringert, die erst auf Anforderung des Lesers eingeblendet werden. Oder Tabellen werden in untereinanderstehende Beschreibungen / Werteanordnungen umgewandelt.
  • Stufe 4
    Bisher zu diesem Schritt war alles über die klassische Sicht von Dokumenten begreifbar, auch wenn diese in den ersten drei Stufen immer weiter dynamisiert wurden.
    Die Stufe 4 ergänzt jetzt die Inhalte um die Dimension „Relevanz Jetzt“.

Die Dimension „Relevanz Jetzt“

Die Menge an Informationen, die heute von Anwendern verarbeitet werden müssen, nimmt ständig zu – immer mehr Medien und Endgeräte sollen helfen, seine Aufgaben zu erfüllen. Die über die oben vorgestellten drei Stufen immer vielfältigeren Medien prasseln auf den einzelnen Anwender ein. Aber erfüllen Sie den Bedarf des Anwenders wirklich?

Wenn man den Begriff „Bedarf“ ernst nimmt, wie lassen sich dann tatsächlich messbare Potenziale erschließen, die über „etwas Modernität“ hinausgehen? Indem man die „jetzt“ vom Anwender benötigten Informationen „jetzt“ liefert. Die „jetzt“ gestellte Frage „jetzt“ beantwortet oder die „jetzt“ notwendige Erfahrung „jetzt“ verfügbar macht.

Klingt spannend? Ein lang gehegter Wunsch ohne Chance auf Realisierung?

In bald folgenden Posts soll der Stand der Technik bezogen auf die unterschiedlichen Stufen aufgezeigt und konkret vorgestellt werden:

  • Dynamische Informationsvermittlung – Tools und Ansätze, die heute bereits genutzt werden.
  • HTML5 – eine Technologie mit Zukunft? Was ist der heutige Stand und wo liegen die Potenziale? Wie können statische Inhalte mit HTML5 dynamisiert werden?
  • Was bedeuten die steigenden Bedarfe für redaktionelle Erfassungs- und Qualitätssicherungsprozesse?
  • Was für Fragen stellen Sie sich rund um die skizzierte Welt der Informationsvermittlung und deren Weiterentwicklung?
Alexander Witzigmann ist seit Beginn des Jahrtausends bei TANNER und bekleidet aktuell die Position des Chief Technology Officer (CTO). Als solcher trägt er dazu bei, dass aus Technik echte Mehrwerte für die Kunden von TANNER entstehen. Das heißt, er hilft Kunden, die beinahe unüberschaubare Vielfalt an IT so einzuordnen und zu nutzen, dass daraus einfache und machbare Unterstützung für die Herausforderungen der Zukunft entsteht.

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