Von Normen und Richtlinien bis hin zu Virtual und Augmented Reality – Eindrücke von der tekom-Jahrestagung 2016

Impression von der tekom-Jahrestagung 2016

Zwei Tage war ich Gast bei der diesjährigen Jahrestagung der tekom – einer Fachveranstaltung, die sich nicht nur an technische Redakteure richtet, sondern die das breite Feld der technischen Kommunikation abdeckt. Mit der Tagung fördert die tekom vor allem den Informations- und Erfahrungsaustausch unter ihren Mitgliedern. Neben dem „klassischen“ technischen Redakteur findet sich auf der Veranstaltung in Stuttgart eine bunte Repräsentation des gesamten Berufsfeldes ein: Fachleute für Übersetzung, Terminologie, Technische Illustration, Informations- und Wissensmanagement sowie Service und Entwicklung. Nahezu alle Industriebranchen sind vertreten. Networking ist wichtiger Bestandteil der Tagung, so fand in den Pausen zwischen den Vorträgen reger Austausch zwischen den Teilnehmern statt.

Auf der begleitenden Messe können sich Interessierte zu jeglichen Themen rund um die Technische Kommunikation informieren: 170 Aussteller aus 27 Ländern präsentieren Software und Dienstleistungen zu Content Management, Übersetzung, Sprachprüfung, CAD oder Katalogerstellung, um nur ein paar Themen zu nennen. Auch die Fachvorträge decken dieses breite Spektrum ab. Gerne hätte ich mich zweigeteilt – so musste ich mich aus etwa 250 Fachvorträgen für nur eine Handvoll entscheiden. Ich beschloss, dem ersten Tag Themen zu widmen, die mich in meiner täglichen Arbeit betreffen und den zweiten Tag zu nutzen, um mit Vorträgen zu mobiler Dokumentation und Virtual Reality über den Tellerrand des beruflichen Alltags zu blicken.

Normen und Richtlinien

Besonders im Gedächtnis geblieben ist mir der Vortrag „Urheberrecht und Zuliefererdokumentation“. Zuliefererdokumentation ist ein Thema, das für die tägliche Redakteursarbeit relevant ist – die Problematik in Bezug auf das Urheberrecht gilt es dabei besonders zu beachten. Denn die Verbreitung und Nutzung  der von uns und anderen erstellten Dokumente unterliegt dem Urheberrecht. Greift man auf Dokumente anderer Redakteure zu, vertreibt deren Dokumente mit der eigenen Dokumentation oder ändert diese ab, sollten daher die Nutzungsrechte eindeutig vertraglich geregelt sein.

„Neue“ Medien in der technischen Kommunikation

Ich habe den Eindruck gewonnen, dass immer mehr Unternehmen in Richtung mobile Dokumentation drängen. Deswegen entschied ich mich, den zweiten Tag mit Vorträgen aus diesem Themenbereich zu füllen. In einem Showcase wurden beispielhaft Apps vorgeführt, die zeigen, wie mobile Dokumentation aussehen kann und was sie leisten muss. Besonders interessant war für mich der laut Referenten oft stiefmütterlich behandelte Aspekt der Usability bzw. des User-Experience – denn der Bezug zum Verhalten des Endnutzer ist in der Konzeption unerlässlich, wenn am Ende der Entwicklung ein oft und gerne genutztes Informationsprodukt entstehen soll.

Nachhaltig beeindruckt hat mich, was mittlerweile im Hinblick auf Virtual und Augmented Reality – auch in der technischen Dokumentation – möglich ist. Besonders studentische Projekte zeigten, wie sich bereits zum heutigen Zeitpunkt virtuelle Elemente mit einfachen Mitteln in klassische Printdokumente integrieren lassen. Demonstriert wurden selbstentwickelte Applikationen, die die Daten der bestehenden Dokumentation nutzen, diese aber beispielsweise durch animierte 3D-Modelle anreichern. Darüber hinaus wurde die Entwicklung einer VR-Umgebung demonstriert. In diesem Kontext sind Szenarien denkbar, in denen Monteure Wartungsarbeiten virtuell durchführen, testen und lernen, ohne vor Ort am Produkt sein zu müssen.

Abschließend kann ich sagen, dass die zwei Tage auf der tekom-Jahrestagung für mich sehr interessant waren. Ich habe Einblicke in Themenbereiche erhalten, mit denen ich sonst wenig in Berührung komme und Anregungen, die die tägliche Redakteursarbeit erleichtern. Mit etwas Recherche im Vorfeld hinsichtlich der Vortragsthemen, kann ich den Besuch der tekom-Jahrestagung nur empfehlen.

Was ist heute im Hinblick auf Virtual und Augmented Reality möglich? Eine Orientierung gaben die Gewinner des 10. TANNER-Hochschulwettbewerbs mit ihrer Wettbewerbseinreichung, einer Broschüre „Industrie 4.0“. Lesen Sie alles dazu im Blog-Beitrag.

Bildquellen

  • tekom-Jahrestagung 2016: tekom Deutschland e.V.

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